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Die Atlantic Sail und ihre Hundeklappen

Gestern (14.03.) nach dem Früh(!)stück hatten wir Gelegenheit, unser Schiff näher kennenzulernen. Meeting Point war die Brücke. Ein Offizier versorgte uns mit einem Sicherheitshelm und anschließend ging es auf Besichtigungstour. Wir erfuhren, dass die Atlantic Sail das derzeit größte RoRo (= Roll on Roll off) Cargoschiff der Welt ist. 296 Meter lang und knapp 38 Meter breit ist sie. Vorn und hinten jeweils mit Containerquartieren und unter Deck mit riesigen Stellplätzen für die lose Ware ausgestattet.

Quer und längs durchziehen schmale Gänge den Schiffsbauch. Irrgärten, durchkreuzt von schweren Türen, die mich an den Film “Das Boot” erinnern. Jede Tür ist per Stufe zu überwinden, die wahrscheinlich als Wassersperre gedacht sind.

Derzeit haben wir als RoRo-Ware viele Jeeps geladen, ebenso wie riesige John Deere Traktoren, schwere gebrauchte Drehmaschinen, kleine Boote, zwei Trailer. Die Decken der RoRo-Decks sind in der Höhe verstellbar, so dass sie der Ware jeweils angepasst werden können. Wahnsinn, diese Technik. Und das Beste ist: unser Kutter ist auch an Bord! Ist das nicht toll?

Am Ende unseres Rundgangs entdeckte ich im Konferenzraum noch einen Prospekt über das Schiff. So kann ich es Euch endlich auch von außen zeigen.
Später, nach dem Lunch erhielten wir eine Einführung in die einzuhaltenden Sicherheitsmaßnahmen. Dies umfasste sowohl das Anlegen der Schwimmwesten als auch das probeweise Anziehen einer Art Tauchanzugs, der gegen die Kälte im Wasser schützt und uns genug Auftrieb verschafft, dass die Schwimmwesten nicht benötigt werden (gut so, denn in unserer Kabine ist nur eine einzige vorhanden). Wir nahmen die verschiedenen Sammelplätze und Aufstellpositionen in Augenschein, die wir im Fall der Fälle aufsuchen dürfen. Außerdem wurden wir über die diversen Kategorien von Rettungsmitteln informiert. So haben wir für “Mann über Bord” Fälle Rettungsringe an Bord. Außerdem 3 verschiedene Sorten Rettungsboote. Ein kleines für 4-6 Leute ohne Dach, dafür mit Motor und Mülleimer. 4 aufblasbare überdachte Rettungsinseln für jeweils 25 Personen und im Heck des Schiffes ein größeres in sich geschlossenes Rettungsboot, das Platz für 45 bietet. Dieses wird von einer steilen Rampe abgeschossen, wenn alle drin sind. Das stelle ich mir sehr spannend vor, ist aber die beste Art von Bord zu gelangen. Allen anderen Rettungsmitteln muss man 15 Meter tief hinterherspringen, außer man hat noch Zeit die fest verschnürten Leitern von Bord zu hieven. Mir ist auch nicht ganz klar geworden, wie die jeweiligen Kräne zu bedienen sind, die diese Art Rettungsmittel von Bord heben, aber das werden dann hoffentlich andere wissen. Rettungsmittel für 150 Personen bei einer tatsächlichen derzeitigen Besatzung von 23 plus 2 Gästen ist jedenfalls ein viel besseres Verhältnis als damals auf der Titanic.
Wir erfuhren auch etwas über die mehr theoretische Mülltrennung an Bord, denn es steht in jedem Raum nur ein einziger Abfall zur Verfügung und darüber, dass wir uns immer an der Brücke abmelden müssen, wenn wir unsere Kabine verlassen. Somit soll sichergestellt sein, dass klar ist, wo wir uns im Notfall befinden.
Seit Bezug unserer Kabine fragen wir uns außerdem, was die Klappen in den Kabinentüren wohl zu bedeuten haben.

Wir interpretierten diese als Hundeklappen. Sie sind so groß, dass ein deutscher Schäferhund locker vom Schlafzimmer-, über das Wohnzimmer hinaus auf den Decksgang gelangen kann. Nur wohin der Hund von dort aus spazieren soll, war uns nicht ganz klar.

Allerdings sind wir hier einem Irrtum aufgelegen. Auch diese Klappen sind eine Sicherheitsmaßnahme. Sollten die Türen in Gänze nicht mehr zu öffnen sein, lassen sich die Scharniere dieser Klappen mechanisch und durch leichtes Hineintreten öffnen. So gibt es immer noch einen Weg hinaus. Das Auszuprobieren heben wir uns für den Echtfall auf.
Und wie sieht unser Diätstand aus? Seit wir auf dem Schiff sind, nehmen wir zu. Gestern Mittag gab es wieder einen schlimmsten anzunehmenden Fall: Frittierte Tintenfischringe mit Pommes Frites und Auberginen. Gott sei Dank gab es davor Salat und eine Kürbissuppe. Für heute haben wir uns vom Mittagessen abgemeldet und werden einige unserer selbstgemachten Frikadellen mit Paprika und Mozzarella-Sticks essen. Sehr lecker.
Ansonsten ist die See absolut ruhig und wir genießen die viele Freizeit sehr. Es war wirklich eine super Idee mit dem Schiff zu fahren. Fast täglich vollziehen wir auch eine Anpassung der Zeitzone. Diese wird in Aushängen angekündigt und tagsüber nochmals durchgesagt. Die Umstellung erfolgt jeweils um zwei Uhr nachts. Das bedeutet für uns jeweils kürzere Nächte, aber auch eine allmähliche und somit entspannte Annäherung an die deutsche Zeit. Mit Einlaufen in Hamburg werden wir daher gar keinen Jetlag haben, was super ist.
Ich habe gestern beim Kapitän noch WLAN organisiert. Das ist zwar äußerst langsam und auf 2 Stunden pro Tag reglementiert, geht aber doch sogar, um Bilder und Beiträge in den Blog zu laden. Super, oder?

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