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Dürfen wir oder dürfen wir nicht?

Unsere Übernachtungsplätze lassen sich in drei unterschiedliche Kategorien einordnen: Legal, illegal oder irgendeine Grauzone dazwischen.
Zu den legalen Plätzen gehören Campingplätze jeglicher Art, sei es in State Forests, Recreational Areas, National- oder Stateparks. Bisher waren diese recht einfach zu ergattern und die Kosten halten sich sehr im Rahmen. Es gab in allen bisher bereisten Staaten der USA auch BLM-Land, das heißt öffentliches Land, auf dem ein wildes Campieren ohne Kosten bis zu 30 Tage lang möglich ist. Auch dies haben wir schon ganz oft in Anspruch genommen.
Grauzonen zeichnen sich dadurch aus, dass ein ausdrückliches Verbot für uns nicht erkennbar und somit auslegbar ist. Parken in Residential Areas zum Beispiel. Die letzten beiden Nächte (25./26.01.) haben wir in Clearwater auf einem Parkplatz innerhalb eines Wohngebiets übernachtet. Es waren keine Schilder aufgestellt, die ein “overnight parking” verbieten würden. Dennoch hat uns heute früh ein freundlicher Anwohner darauf hingewiesen, dass es wohl verboten sei. Jede Stadt hat hier ihre eigenen Vorschriften. Aber die können wir nicht jedesmal vor dem zu Bett gehen studieren.
Illegal ist das freie Stehen in Nationalparks, großen Städten und überall dort, wo das Übernachten ausdrücklich verboten ist.
Und jetzt noch mal zurück zu obenstehendem Schild, dessen Interpretation zwischen Thorsten und mir arg auseinander lag. Es befand sich auf einem Walmart Parkplatz in Homosassa Springs, Florida, in direktem Sichtkontakt zu meinem Sitzplatz. Walmart erlaubt in aller Regel die Übernachtung auf ihren zugehörigen Parkplätzen, was uns ab und an schon mal aus der Patsche geholfen hat, wenn wir müde, hungrig und spät am Abend keinen sonstigen Übernachtungsplatz finden konnten. Dabei gehören solche Art Parkplätze nicht zu unseren beliebtesten Übernachtungsplätzen, da oft an großen, lauten Hauptstraßen gelegen und teils mit LKW zugeparkt, die in kühlen Nächten ihren Motor durchgehend laufen lassen und uns so die Nacht zum Tag machen. Thorsten konnte das Schild nicht sehen und wurde erst durch mich darauf aufmerksam. Er stieg aus, um es genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei seiner Rückkehr erläuterte er mir, dass wir legal übernachten dürfen, da das Schild lediglich verbiete, dass Abschleppwagen hier übernachten…
Ich dachte zumindest, dass er mir das erzählt hat.
Thorsten behauptet allerdings steif und fest, dass ich das falsch verstanden habe. Ob das eine Ausprägung der oft missverständlichen Kommunikation zwischen Frau und Mann ist? Seine neue Interpretation fand ich allerdings auch sehr lustig: Verboten sei eine Übernachtung von abgeschleppten, kleinen Fahrzeugen. Da wir weder ein kleines Fahrzeug, noch dorthin abgeschleppt wurden, könnten wir beruhigt dort übernachten. Außerdem seien wir “authorized”. Als ich fragte von wem, gab er zwar keine Antwort, aber er war von Grund auf zufrieden mit seiner Interpretation und seine Welt war für die Nacht in Ordnung.
Ich dagegen schlief etwas unruhig, sah ich doch in meinen Träumen bereits den Sheriff an unseren Kutter klopfen. Ich hätte aber auf jeden Fall die Videofunktion des Fotoapparats gewählt, um Thorstens Erläuterungen und des Sheriffs Reaktion darauf zu filmen. Irgendwie schade, dass wir völlig ungestört und ausgeschlafen wieder aufwachten.
Ich bin jetzt auch schon gespannt, wie sich die Übernachtungsplätze auf den Florida Keys gestalten werden, wo wildes Campieren auf jeden Fall illegal ist. Die 3 vorhandenen Statepark-Campingplätze sind auf Wochen ausgebucht. Ich beobachte die Lage allerdings täglich und hoffe noch auf Stornierungen. Private RV-Plätze kosten über den sehr beliebten Winter hier zwischen 80 und 100 USD. Das würde unser Tagesbudget schon jeweils aufbrauchen. Ich werde also weiter berichten.

P.S.: Nachdem ich Thorsten eben obigen Blogeintrag vorgelesen habe, behauptet er, dass ich seine Interpretation immer noch völlig falsch verstanden hätte. Seine neueste (und seiner Meinung nach schon immer so geäußerte) Auslegung ist wie folgt: “Es werden Kleinwagen abgeschleppt, die über Nacht dort unbeaufsichtigt abgestellt werden.” Für ihn können wir daher weiterhin beruhigt auch auf solchen Plätzen schlafen

One Comment

  1. Cordula

    Danke für den erheiternden Beitrag. Ich sehe euch beiden förmlich vor mir………

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