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Entdecken und genießen

Von Slab City aus machten wir am 02.12. einen Ausflug nach Süden, um in 70 Kilometer Entfernung ein heißes Bad zu nehmen. Das gehört auf jeden Fall auch zum Entdecken und Genießen. IOverlander bietet auch hierfür immer wieder eine super Informationsquelle. Umspannt von Palmen bot sich eine Oase der Ruhe und 3 Pools unterschiedlicher Temperatur, heiße Dusche inklusive. Das war wirklich schön und die Gespräche mit weiteren Besuchern waren auch interessant. Sehenswert war auch der Leoparden-Tanga mit Klettverschluss, der dessen Träger vor geschätzten 50 Jahren vielleicht einmal gut gekleidet hat, aber jetzt doch etwas merkwürdig aussah. Jedem das Seine.
Montag, den 03.12. brachen wir auf, um den Salton Sea zu erkunden. In den 50-Jahren eine Urlaubsoase mit 1,5 Millionen Besuchern jährlich, ist der größte See Kaliforniens jetzt eine ökologische Katastrophe. Er ist umgekippt, von brauner Farbe und besitzt mehr Salzgehalt als der Pazifik. Schade eigentlich, denn der See und die ihn umgebende Landschaft ist wirklich schön anzusehen. Wir liefen ans Ufer und entdeckten viele Fischgerippe. Einst für seinen Fischreichtum gelobt, überlebt jetzt kein Getier mehr. Den See zu sanieren würde bedeuten, dass die umliegende landwirtschaftliche Fläche kein weiteres Wasser aus den Zuflüssen abzweigen dürfte. Ein aussichtsloses Unterfangen.
Auf dem weiteren Weg gerieten wir in eine Kontrolle der Border Patrol. Wir sind ja auch nicht weit von der mexikanischen Grenze entfernt. Thorstens weißer Visazettel im Pass fehlt seit seiner letzten Einreise (er wurde vom dortigen Grenzbeamten herausgerissen und das neue Enddatum wurde handschriftlich vermerkt). Das zog einige Nachfragen der Border Patrol nach sich, aber am Ende durften wir ungestört weiterreisen.
Die Landwirtschaft hier hat ihr Gutes. Sehr gutes sogar. Hier wachsen Zitronen, Orangen und Pampelmusen zu Hauf. Die Zitronen fielen uns im Vorbeifahren quasi vor den Kutter und wir hoben jede Menge von den wunderbar duftenden Zitrusfrüchten auf. Dazu besorgten wir uns das passende Getränk und hatten einen sehr lustigen und genüsslichen Abend. Das benachbarte Örtchen Mecca stellte sich als mexikanische Oase heraus. In den Läden wird spanisch gesprochen und es finden sich jede Menge mexikanische Lebensmittel, auf die wir gern zurückgriffen (z.B. Bauchfleisch für unseren indischen Ramen). Ich hatte einen braun aussehenden Zuckerzylinder erstanden, der irgendwie aus Palmöl, braunem Zucker und Gott weiß was noch bestand, sich aber hervorragend für die Herstellung einer selbstgemachten Mango-/Pfirsichmarmelade eignete, die wir im Anschluss mit selbstgebackenen Brötchen genossen. Sehr lustig war auch die Entdeckung, dass die örtliche Post am 05.12. zu hatte. Begründung: “in memory of Jorge Bush”. Wir mussten wirklich lachen, dass selbst die Präsidenten mexikanisch werden.
Am nächsten Tag fuhren wir am anderen Ufer des Salton Sea in Richtung Borrego Springs, wo wir bis heute (09.12.) sind. Das Örtchen ist so niedlich, mit einem tollen, rund angelegten Platz in der Mitte eines großen Verkehrskreisels. Auf dieser wunderbar begrünten Fläche findet freitags ein lieblicher, kleiner Markt statt, auf dem z.B. Blumenkohl in allen Farben und Formen verkauft wird. Außerdem gibt es im Ortsladen sehr leckeres Farmfleisch (biologisch und vom Feinsten), frische Datteln, die ich so lecker noch nie gegessen habe sowie kleine Zitronenküchlein, die aber leider nur Donnerstag erhältlich waren.
Während meine Familie den 86-ten Geburtstag meiner Mutter feierte (liebe Familie, ich habe sehr an Euch gedacht) machten wir am 08.12. einen Ausflug ins benachbarte Julian, das für seine Apple Pies berühmt ist. Wahnsinnig lecker mit Vanille- oder auch Zimteis. Die Apple Pies gibt es auch mit Brombeeren, mit und ohne Streusel, und in vielen weiteren Varianten. Ein Genuss in Hülle und Fülle. Wir deckten uns mit bayrischen Landjägern ein, die schwer zu finden und im Vergleich zur sonstigen hiesigen Wurst ein echter Genuss sind. Wir entdeckten wunderbare Literatur, die ich mehr als einmal durchblätterte:

Und wir lachten einmal wieder über die Doppelmoral der Amerikaner: Die Sauce wird zwar verkauft, aber auf jeder einzelnen Flasche wird das “böse” Wort abgeklebt:

Die uns umgebende Anza Borrego Wüste bietet auch viel zu entdecken. Und dazu gehören auch Kolibris:

Auf dem hiesigen Farmers Market haben wir von einem Glasbläser einen kleinen Hummingbird erstanden, der jetzt unseren Spiegel beflügelt und abends hinter dem Vorhang wunderbare Schatten wirft.
Und dann gibt es noch jede Menge Kunst zu entdecken. Vor der atemberaubend schönen Wüstenkulisse heben sich diese großen rostroten Tiere malerisch ab. Auch dafür ist Borrego Springs berühmt.

Am letzten Regentag, den wir zum Wäschewaschen genutzt haben, entdeckten wir ein weiteres Highlight dieser Stadt: Heißes Wasser. Super zum Füllen unseres Kanisters und einer abendlichen warmen Dusche. Bei so viel Entdecken und genießen fällt es schwer, hier wieder wegzufahren. Mal schauen, wie lange es uns noch hier hält bevor wir Richtung San Diego weiterziehen.

One Comment

  1. Cordula

    Eeeeeendlich,
    ich hatte schon angefangen mir Sorgen zu machen. Aber nachdem ich gelesen/gesehen habe, wie ihr die letzten Tage verbracht habt, kann ich verstehen, dass ihr die Zeit einfach nur genossen habt. Mit dieser kulinarischen Exkursion habt ihr mir den Mund ganz wässrig gemacht. Und auch der Leoparden-Tanga hat mich nicht ganz gleichgültig gelassen… 😉

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