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Sorry we are stoned

Nachdem wir in Las Vegas nochmals über den Strip geschlendert, zwei leckere Ramen gegessen und 55 USD Plus beim Roulette erwirtschaftet hatten, fuhren wir am Donnerstag, den 29.11. wieder los. Eigentlich war der Plan, direkt nach Süden bis in die Nähe des Joshua Tree Nationalparks zu fahren, aber vor lauter Schwätzen verfuhren wir uns ein paar Mal und landeten so wieder einmal auf einem alten Stück Route 66.

Sie führte uns dieses mal von Kingman nach Oatman, einem hübschen Dörfchen mit Läden und kleinen Restaurants, die den 60-ern entsprungen waren. Am niedlichsten waren allerdings die (halb-) wilden Esel. Es hat sich unter den Tierchen wohl herumgesprochen, dass man im Ort Eselfutter kaufen kann und der ein oder andere Tourist davon gern Gebrauch macht. So finden sich Esel praktisch vor jedem Haus und ihr Geruch begleitet die kleinen Straßenzüge.

Bei Verlassen des Orts sprang noch eine kleine Eselherde direkt vor den Kutter und wir konnte sogar den kleinen, unheimlich niedlichen Eselnachwuchs bewundern.
Nach einer Übernachtung direkt am Colorado River, eigentlich wunderschön gelegen, wenn nicht mal wieder die Bahnstrecke direkt daneben gewesen wäre, ging es weiter Richtung Süden. Und auf einmal sahen wir auf der Strecke dann das:

Eine weite Dünenlandschaft, die einfach so aus dem Nichts auftauchte und ebenso schnell wieder verschwand.
Nach 2 Tagen jeweils 4-5 stündiger Autofahrt hatten wir beide einmal wieder das Gefühl, das Leben nur durch die Autoscheibe hindurch zu sehen und zu erleben. Eigentlich war der Plan, am nächsten Tag über die Grenze bei Mexicali zu fahren, um die Baja California zu erreichen. Aber da Thorstens Kinder uns jetzt doch nach Weihnachten besuchen dürfen, müssen wir am 27.12. wieder in Las Vegas sein. D.h. wir hätten realistisch durch die Baja hetzen oder sie nicht ganz fahren können, um das zu schaffen. Anfang Januar wollten wir dann über Florida nach Brunswick zur Zurückverschiffung. Gott sei Dank haben wir – dank Sylvia – ja eine kompetente Reiseleitung dabei. Sie wies uns mal kurz auf die zurückzulegenden Kilometer und die klimatischen Bedingungen unterwegs hin und wir überdachten das Ganze nochmals in Ruhe. Ein Blick auf Google-Maps ließ uns umplanen. Wir werden jetzt erst einmal ein wenig Rast einlegen und es uns in der kalifornischen Sonne noch ein wenig gut gehen lassen. Zurzeit sind es um die 25 Grad tagsüber und wir genießen es sehr, einfach mal nichts zu tun. Die Baja werden wir uns erst Anfang Januar vornehmen, wenn die Kids wieder gut in Deutschland gelandet sind. Dann haben wir noch gut 2 Monate Zeit, um uns dort die Wale und die schönen Strände näher anzusehen und können jederzeit zurückfahren, um von Los Angeles aus zurück zu verschiffen. Damit haben wir zwar noch viel weniger Strecke geschafft, als ursprünglich geplant. Aber was soll’s. Der Weg ist das Ziel. Und die geplanten 40.000 Kilometer sind wir bereits gefahren. Auch ohne die Panamericana auf der vollen Länge ausgekostet zu haben.
Die letzten 2 Tage haben wir es uns mit den vielen Alternativen in Slab City gemütlich gemacht, dem “letzten freien Stück Amerika” wie sich die Ansiedlung heute selbst nennt.

Das ganze Areal ist aus dem 2-ten Weltkrieg übrig geblieben, in dem wohl die Marine hier angesiedelt war. Die militärischen Gebäude wurden nach dem Krieg dem Erdboden gleich gemacht. Es stehen lediglich die Fundamente. Und auf diesen haben sich jede Menge Aussteiger eine neue Existenz aufgebaut. Manche leben schon seit mehr als 9 Jahren hier und haben sich fast schon wieder heimisch eingerichtet. Wie man sich das vorstellen kann? Hütten, Selbstgezimmertes, Wohnwägen, ausrangierte Wohnmobile, Palettenanbauten. Viel Müll, aber auch viel Kunst (?), ausgefallene Typen, die wohl das ein oder andere Gras bereits tagsüber rauchen. Eine Gemeinschaftskirche (auch in einer ausrangierten Wellblechhütte), eine Bibliothek (zusammengezimmert), viele zerfranste Sitzpolstermöbel vor den Wohnwägen, aber irgendwie auch lustige Szenerien wie das “Sorry we are stoned” Schild hinter der Windschutzscheibe eines sogenannten Eigenheims. Das Alles auf öffentlichem Grund, wohl geduldet.

Wir genießen die lustige Umgebung und haben endlich mal wieder Zeit zum Kochen. Gestern hat Thorsten 9 Dosen Bratwurst eingemacht und heute haben wir aus selbstgemachtem Hefeteig, Sonnenblumenkernen, Zwiebeln und Salamistücken ganz, ganz leckere Brötchen im Dutch Oven gebacken. Die waren superlecker und zusammen mit der deftigen Bratwurst ein echter Genuss.

One Comment

  1. Cordula

    Wie schön, dass ihr das alles wieder zusammen erleben könnt. Am meisten freut es mich aber für Thorsten und seine Söhne, dass es doch noch geklappt hat und sie euch besuchen dürfen.
    Liebe Grüße
    Cordula

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