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Wiedervereint

Gestern Nachmittag (27.11.) habe ich Thorsten am Flughafen von Las Vegas nach 10-tägigem Aufenthalt in Deutschland wieder abgeholt. Der Flug war pünktlich gelandet und ich freute mich schon, als die ersten Business Class Gäste mit ihrem Priority Gepäck bereits am Ausgang des internationalen Ankunftsschalters erschienen. Thorsten hatte mir kurz geschrieben, dass er da ist und ich wähnte mich daher bereits in Vorfreude. 20 Minuten später schrieb er, dass er Probleme mit dem Zoll habe und in einem separaten Raum säße. Mir schwante Böses. Ich hatte ihn gebeten, 2 Ölfilter für den Kutter mitzubringen, die weder in den USA noch in Kanada erhältlich sind. Durfte er diese etwa nicht einführen? Ich war beunruhigt, hatte aber gleichzeitig auch volles Vertrauen in Thorstens Überredungskünste. Irgendwann war die Ankunftshalle dann auch mit den Economy-Fluggästen geleert und ich blieb als einzige zurück.

Irgendwann später kam er dann doch noch freudestrahlend herausspaziert. Der Zoll hatte gar kein Problem mit den Ölfiltern, auch nicht mit der mitgebrachten weißen Toblerone, die ich liebe. Nach dem Grund der Deutschlandreise befragt hatte Thorsten wohl von einem “Besuch” (Visit) seiner Kinder gesprochen. Das hatte sich in den Ohren des noch jungen Zollbeamten wohl so angehört, als würde Thorsten sich nicht in Deutschland, sondern in den USA zu Hause fühlen und würde womöglich noch hier arbeiten wollen (ohne entsprechendes Visum dazu). Er wurde in einem separaten Raum abgeführt und später kam ein hochrangiger Beamter hinzu. Diesem konnte Thorsten allerdings wohl schnell klar machen, dass er nicht beabsichtigte in den USA zu arbeiten noch zu leben und entschuldigend wurde dann sogar sein bis 21.03. begrenztes Visum auf Ende Mai verlängert. Ich war jedenfalls froh, dass er am Ende doch wieder in die USA gelassen wurde und wir schlossen uns intensiv und freudig in die Arme.

Die Phase des Getrenntseins war nicht einfach. Zumindest für mich, die ich allein in den USA zurückblieb. Thorsten sah seine Kinder wieder und hat bei ihrem Wiedersehen geweint. Er hat Freunde getroffen, seine Eltern besucht, die während unserer Reise ins Pflegeheim kamen, viele Ausflüge mit den Kids unternommen und einige formale Dinge geregelt, die liegengeblieben waren. Er hat die deutsche Wurst genossen, ein tägliches Bad in der heißen Wanne, Schwimmbad, etc.
Und ich habe mich in der Sonne geräkelt und mit meinen Architekturbesuchen eine willkommene Abwechslung gesucht.
Das Zusammenleben im Bus war nicht immer einfach. Ein Aus dem Weg gehen selten möglich, unsere unterschiedlichen Herangehensweisen manchmal konfliktträchtig. So verwundert es nicht, dass wir in den letzten 10 Tagen auch mal ernsthaft darüber gesprochen haben, ob wir dir Reise gemeinsam fortsetzen. Oder seinen Rückflug aufzuschieben, um darüber nachzudenken. Aber im Endeffekt haben wir auch so viele Gemeinsamkeiten, dass eine solche Reise erst möglich wurde. Wir sind gern zusammen und auch wenn jeder mal am Rad dreht, hat uns die Reise auch zusammengeschweißt. Wohin sie uns Stand heute führt, ist noch unklar. Ob wir uns den Unsicherheiten an der mexikanischen Grenze derzeit stellen möchten oder doch eine Überwinterung auf den Florida Keys anstreben ist noch offen. Das werden erst die nächsten Tage zeigen. Erst einmal müssen wir uns wieder gemeinsam einleben. Dazu habe ich gestern und heute Nacht einen KOA Campingplatz etwas abseits des Las Vegas Strip gebucht. Die dortigen Abstellbedingungen fordern eine full hookup Fähigkeit des Autos, d.h. es muss elektrisch versorgt werden können sowie über eine Wasser- und Abwasserzuleitung verfügen. Letzteres haben wir zwar nicht, ich habe das allerdings beim Einchecken mal positiv bestätigt. Der Kutter ist jetzt mit weitem Abstand das kleinste Fahrzeug auf dem Platz.

Alles um uns herum hat die Ausmaße ganzer Häuser. Die Wasserleitungsrohre der Nachbarn haben geschätzte 15 Zentimeter Durchmesser. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel da täglich durchgepumpt wird. Ich denke, jeder wundert sich ein wenig über den kleinen Nachbarn, aber alle sind nett und ich konnte gestern bereits die Annehmlichkeiten des Platzes (z.B. heiße Dusche und unbegrenzt Strom) genießen.

Jetzt feiern wir erst einmal unsere Wiedervereinigung und genießen die Zweisamkeit.

One Comment

  1. Jürg Vögeli

    Hey, das freut mich für euch zwei! Ich wünsche euch alles Gute für die Fortsetzung eurer Reise. Und hat Thorsten in Deutschland auch Tipps oder gar Ersatzteile für euren VW bekommen? Liebe Grüsse J&T

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