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Unwägbarkeiten in schöner Umgebung

Von Las Vegas aus brachen wir Richtung Hoover Dam und Lake Mead auf. Wir parkten unser Auto an einem Aussichtspunkt, den wir uns in iOverlander herausgesucht hatten, aßen zu Abend und machten es uns Kartenspielend gemütlich. Währenddessen fuhr ein Park-Ranger Kontrolle, ließ uns aber ungestört. Circa 1 Stunde später kam ein weiterer Ranger, schaltete sein Blaulicht an und rief uns mit lauter Stimme aus einigem Abstand zu, dass er Ranger sei und wir die Tür öffnen sollten. Dem folgten wir sogleich. Seine erste Frage im Licht der uns entgegenleuchtenden Taschenlampe war, ob wir Waffen bei uns hätten. Wir lachten, verneinten und wiesen auf unsere Herkunft hin. Er begann mit seinem Walky-Talky zu sprechen und übermittelte Kennzeichen und Land unseres Autos an seine Kollegen (wo auch immer). Nach diesem Check wies er uns freundlich aber bestimmt darauf hin, dass wir hier nicht übernachten dürften. Thorsten fragte, wie lange wir noch stehen dürfen und der Ranger antwortete, solange wir wach seien, sei alles kein Problem. Ein Ticket würde er uns erst ausstellen, wenn wir schlafen und das koste 130 USD. Er riet uns noch ein paar Stunden auszuruhen, denn er könne den Wein riechen, den wir getrunken haben (verstehe ich gar nicht) und danach aufzubrechen. Seine Frage, ob wir über eine Karte der Lake Mead Recreation Area verfügten, verneinten wir und er bot uns an, sie zu holen. Auch hier zeigte sich seine extreme Vorsicht, denn er bat uns strikt im Auto sitzen zu bleiben, während er zu seinem Fahrzeug ging und das Informationsmaterial holte. Ich fand das irgendwie seltsam, aber es war Nacht, er war allein, unser Fahrzeug nicht identifizierbar (und wir damit auch nicht) und wer weiß, welche Erfahrungen die Ranger sonst so machen.
Wir parkten somit noch am Abend um und fanden einen Platz direkt am Seeufer, der am nächsten Morgen auch unter Tauchern und Anglern sehr beliebt war. Von hier aus brachen wir weiter in Richtung Zion Nationalpark auf. Da die Sonne bereits gegen kurz nach 18 Uhr untergeht, suchten wir früh am Nachmittag einen Platz auf BLM-Land. Das ist öffentliches Land, auf dem jeder bis zu 30 Tage lang kostenfrei stehen darf. Solche Fleckchen gibt es mal hier mal dort und wir haben sie schon öfter für die Übernachtung genutzt. Die Aussicht auf die Berge des Zion Nationalpark war wunderbar. Es war jedoch sehr, sehr windig und der rote Staub kam sowohl durch das Rohr der Standheizung als auch mal wieder durch unseren Spülbeckenabfluss nach oben. Er setzte sich in jede Ritze. Auch unsere Schiebetür ging am nächsten Morgen nur knarzend auf. Das ist der Preis für die Offroad-Standplätze, die aber zu den schönsten gehören, und gegenüber jedem RV-/Campingplatz zu bevorzugen sind.
Ich arbeitete nachmittags noch ein wenig für das German Testing Board. Nebenbei aßen wir Wurst und Käse, sowie Paprika zu Abend und tranken ein Glas Weißwein. Eigentlich nichts Ungewöhnliches und der Abend verlief ohne Zwischenfälle bis ich nach 2 Stunden im Bett ganz arge Bauchkrämpfe bekam. Diese nahmen über die Zeit noch zu. Und dann kündigte sich mitten in der Nacht DAS an: Durchfall! Und das nachts, bei 24 km/h Windgeschwindigkeit, die den roten Staub circa 2 Meter in die Höhe wirbelte und über weite Entfernungen weitertrug. Keine Toilette weit und breit und bei Durchfall auch keine Zeit, um loszufahren und eine zu suchen. Thorsten holte daher schnell unseren eigenen Toilettenstuhl ins Auto.

Wie die restliche Nacht aussah, könnt ihr Euch denken. Ich bin Thorsten jetzt noch dankbar, dass er das alles über sich ergehen ließ (denn immerhin war er zur gleichen Zeit am selben Ort und bei welchen Paaren ergibt sich diese Gelegenheit schon einmal?).

Das Ergebnis der Nacht seht ihr hier:

Gott sei Dank halfen Iberogast® und Imodium® dabei, dass sich mein Akutanfall auf diese eine Nacht beschränkte.
Der nächste Tag und der Besuch des Zion National Parks halfen dabei, die Schrecken der Nacht schnell zu vergessen. Zwar darf man den Park nicht mit dem eigenen Auto befahren, aber die kostenfreien Shuttle-Busse fahren häufig und sind zu dieser Jahreszeit nur wenig befüllt. Wir stiegen an verschiedenen Punkten aus, nahmen kurze Wanderungen vor und genossen die Atmosphäre unter steilen, roten Felsen, die sich von der umliegenden Natur in schönsten Herbstfarben wunderbar abhob.


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