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San Francisco – die Vielfältige

San Francisco gehört zu den wunderbarsten Städten, die ich kenne. Und dazu trägt auch ihre Vielfalt bei. San Francisco ist nicht nur eine Großstadt, sondern in einigen Vierteln liebenswert kleinstädtisch. Sie ist ausgeflippt, in Teilen modern, sie ist grün, sie ist steil. Aber eins nach dem Anderen:
Zum einen ist San Francisco eine der teuersten Städte der USA. Im Vorfeld der Ankunft in San Francisco hatten wir in der iOverlander-App nach möglichen Übernachtungsplätzen gesucht und waren erschrocken. 70 USD für einen Campingplatz ohne Strom oder gar Duschen. Unser Tagesbudget von 95 USD wäre damit nicht zu halten. Wir folgten daher einem weiteren Tipp der App und übernachteten am Vista Point Nord direkt an der Golden Gate Bridge.

Zugegebenermaßen nicht der leiseste Schlafplatz, aber unheimlich praktisch, um mit einem der dort haltenden Hop-on-Hop-off Busse die 7 Kilometer in die Stadt zu fahren. Einer der Busfahrer berichtete, dass sich weder Polizisten, noch Lehrer eine Wohnung geschweige denn ein Haus in der Stadt leisten können. Er selbst nimmt täglich eine Fahrstrecke von 2 Stunden in Kauf um zur Arbeit zu kommen. Wir sahen Häuser, die monatlich 15.000 USD Miete kosten und fragten uns, wer sich das wohl leisten kann. Aber die Villen und Prunkbauten, sowie die dazugehörigen Jachten in Sausalito oder Tiburon sprechen eine eigene Sprache.
Das Preisniveau spiegelt sich auch auf den Märkten wieder. Wir hatten auf der Webseite der Prather-Ranch nachgesehen, wo wir Nachschub für unsere superleckeren Dry-Aged Ribeye-Steaks erhalten. Und so trafen wir nachmittags im Stadtteil Castro ein, dem Schwulen- und Lesbenviertel mit den bekannten Regenbogenfarbenen Fahnen an den Häusern. Ein Steak haben wir dort allerdings nicht gekauft. In Keno hatten wir zuletzt 12,95 USD pro Libs bezahlt. Hier kostete dasselbe Stück Fleisch über 30 USD pro Libs…

Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Ecken, die man kennen muss, in denen man günstig einkaufen kann. Wie zum Beispiel in Chinatown. Wenn man es schafft, sich dort außerhalb der Touristenströme zu bewegen, wird kein Englisch mehr gesprochen und auch die Speisekarten sind lediglich auf Chinesisch ausgewiesen. Es hängen gegrillte Enten in den Schaufenstern, Füße und Beine davon ebenso wie knusprig gegrillte Schweinbäuche. Wir entdeckten 2 sehr gute Restaurants und aßen Tage lang lecker asiatisch.

Was wir auch entdeckten, waren unglaublich leckere Hefegebäckstücke, gefüllt mit Kokos oder Pudding. Und auch die kamen aus einer chinesischen Bäckerei. Die Teilchen waren richtig schwer in der Tüte von dem unglaublich leckeren Teig und mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke.

Wir deckten uns in Chinatown auch unglaublich billig mit Obst und Gemüse ein. Von einigen kennen wir heute noch keine Namen. Die von uns erworbenen chinesischen Pfefferbeißer waren allerdings ein Reinfall. Man musste sie erst 15 Minuten garen, danach wiesen sie einen etwas süßlichen Geschmack auf, die Konsistenz war irgendwie merkwürdig und die Farbe nach dem Garen äußerst ungewöhnlich. Aber wir mögen ja Experimente.
Natürlich hat San Francisco auch eine Skyline. Die Hochhäuser sind architekturell schön anzusehen und begnügen sich mit einem einzigen Viertel, an das sich der Union Square mit seinen teuren Geschäften und Chinatown anschließen.

Height-Ashbury, das Hippieviertel aus den 60-er Jahren hat uns Abends noch gelockt. Die vielen ausgeflippten Läden, der noch erhaltene Charme und die übrig gebliebenen Hippies ließen uns das damalige Leben nachvollziehen. Es gibt zahlreiche Geschäfte, in denen die Kleidung der 50-er, 60-er und 70-er Jahre gebraucht oder nach alten Modellen neu hergestellt, erstanden werden kann.

Und was wäre San Francisco ohne Fishermen’s Warf, auf dem sich neben zahlreichen touristischen Attraktionen auch Seelöwen in rauen Massen tummeln. Die Geräusche und der Geruch dieser schönen Tiere ergießt sich über das Hafenviertel und ergibt zusammen mit den Klängen und Stimmen vor und hinter den vielen Geschäften ein Bild tosenden Lebens.

Von Pier 33 aus brachen wir nach Alcatraz auf, dem 1963 geschlossenen Hochsicherheitsgefängnis.

Die kleinen Zellen ohne Fenster so nah vor dieser schönen Stadt haben uns auch beeindruckt. Getreu dem Motto: “Break the rules and you go to prison. Brake the prison rules and you go to Alcatraz” mussten sich Privilegien wie Hofgang und Bücher erst verdient werden.

Natürlich sind wir auch mit der Cable Car gefahren, einem Relikt aus früheren Zeiten, das nach wir vor per Handbedienung mechanisch gebremst wird. Und Bremsen ist auf den steilen Straßen San Franciscos öfter nötig. Die Autos parken zum Teil quer zur Fahrbahn. Das mindeste ist, die Reifen seitlich einzuschlagen. Die Fußgänger gehen teilweise über Treppen auf den Bürgersteigen die Straßen nach oben. Aber irgendwie macht das auch den Charme dieser vielfältigen Stadt aus, die wir nur ungern wieder verließen.

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