Skip to content

Wein und Meer unter kalifornischer Sonne

Nach Verlassen des Humboldt Redwood Stateparks übernachteten wir in der Nacht vom 10-ten auf 11-ten Oktober in der Nähe von Garberville, um am nächsten Morgen mit Thorstens Kindern skypen zu können. Es ist unglaublich, aber auch in Kalifornien haben wir nicht immer Handyempfang über AT&T. Daher suchen wir spätestens Mittwochabends immer einen Ort in Stadtnähe auf. Von Garberville fuhren wir im Anschluss über die Berge der Kings Range nach Shelter Cove. Dabei haben wir den Kutter wieder einmal ganz schön gequält. Es ging oft so steil bergauf, dass wir trotz 179 PS nur im 1-ten Gang fahren konnten und dann wieder so steil bergab, dass wir auch hier die Motorbremse plus normaler Bremse einsetzen mussten, um nicht über die Steilhänge zu stürzen. Eigentlich war der Plan von Shelter Cove aus über die Usal Road Richtung Highway 1 abzukürzen. Die erste Hälfte davon ging auch noch. Aber im Nordteil des Sinkyone Wilderness Stateparks stand dann auf einmal ein Schild mit der Aufschrift “Closed for through traffic”. Wir ließen uns natürlich dennoch nicht davon abhalten, in die Straße einzubiegen, wurden aber nach circa 300 Metern eines Besseren belehrt. Tiefe Gräben durchzogen die mit Erde bedeckte Straße zu weiten Teilen. Scharfe Kurven und enge Windungen taten ihr Übriges. Wir kehrten um, was wiederum hieß, dass wir den ganzen Weg Richtung Garberville zurückfahren mussten. Und damit nochmals die Kings Range rauf und wieder herrunter fuhren. Das einzig Gute daran war der Grocery Store etwas oberhalb von Shelter Cove. Hier ergatterten wir traumhaft süße Biotomaten, Feigen und Jujubas (eine datellähnliche Frucht), die wir uns bei einem Picknick in der nächstgelegenen Day Use Area eines Waldcampingplatzes samt ergattertem frisch gebackenem Olivenbrot und Käse aus einer Hauskäserei in Loleta schmecken ließen.
Im Anschluss zweigten wir in Redway vom Highway 101 auf die 1 ab und beschlossen, im Südteil des Stateparks zu übernachten, den wir noch am Morgen wegen der schlechten Straßenverhältnisse nicht erreicht hatten. Circa 8 Kilometer richtig, richtig schlechter Feldweg mit genauso tiefen Gräben wie vormittags, nur bereits in der Abenddämmerung machten meinen Nerven schwer zu schaffen. Gut, dass Thorsten an dieser Stelle immer ruhig bleibt und bis zum Ende durchhält. So erreichten wir schon im Dunkeln eine Art Campingplatz und hatten eine stille und einsame Nacht.
Und dann endlich, am Morgen des 12-ten Oktober erreichten wir die Küste Kaliforniens, wie man sie sich vorstellt: Traumhaft schön, mit Schilfgräsern bewachsene Hänge und steile Klippen. Unten traumhafte Strände und türkises Wasser. Wir hielten vor lauter Freude am nächstgelegenen Weingut südlich von Westport an und ließen uns bei Käse und Wein die Sonne auf die Gesichter scheinen. Sogar Wale konnten wir von unseren Stühlen aus beobachten.

Weit fuhren wir nicht mehr an diesem Abend und übernachteten an einer kleinen Ausbuchtung neben dem Highway 1. Wir grillten auf unserem winzigen Petromaxx Feueröfchen 2 Würstchen und ein leckeres Prather Ranch Steak und der Sonnenuntergang war einmal wieder genial.

Heute (13.10.) ging es weiter Richtung Mendocino (der Ein oder Andere kennt sicher noch den Schlager von Michael Holm). Auf dem Weg dorthin hielten wir auf einem Farmstand um einzukaufen. Und dort, in der Scheune der Farm, sahen wir unseren ersten Kolibri im Leben. Wir waren ganz aus dem Häuschen. Später in Mendocino sahen wir 2 weitere. Sie sind soooo winzig und doch so flink. Es gehört schon viel Geschick dazu, sie auf ein Foto zu bannen. Ich habe ungefähr die Hälfte der von Thorsten geschossenen Bilder gelöscht, weil der Kolibri darauf schon wieder entschwunden war). Aber seht selbst wie toll die Fotos geworden sind und wie schön es war, die Kolibris in Echt zu sehen.


Mendocino selbst ist ein Städtchen wie aus dem Bilderbuch. Wunderschöne viktorianische Häuschen. Zugegebenermaßen sind auch größere dabei. Wir haben eines besichtigt, das 1,5 Mio USD kostet und von Sothebys derzeit verkauft wird. Es hatte Tag der offenen Tür und wir waren zu neugierig, um eine Besichtigung auszulassen. Wunderschön. Vielleicht ein wenig zu teuer unter der kalifornischen Sonne.
Wir entdeckten einen kleinen Laden, der neben leckerem Biofleisch eine Art Maultaschen im Angebot hatten. Da schlugen wir natürlich zu. Und danach ging es zur nächsten Weinprobe. Da die probierten Weine allerdings je Flasche 55 USD und mehr kosteten, sahen wir von weiteren Einkäufen ab. Sehr nett war unser dortiges Gespräch mit 2 Israelitinnen, die jetzt in Amerika wohnen. Eine davon arbeitet in der Bankenbranche und ist in führender Position international tätig. Sie löst gerade eine Zweigstelle in Deutschland auf und wundert sich über die dortigen Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer. Wir sprachen über den Holocaust, Trump (sie waren kein Freund von ihm), die kulturellen Höhepunkte in Deutschland und über das Verhalten gegenüber Frauen mit Weisungsbefugnis in Männerdomänen. Äußerst interessant und kurzweilig ging unser Nachmittag in Mendocino zu Ende. Als wir aus dem Tastingraum kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Wir waren bei Sonnenschein in kurzen Hosen hineingegangen und standen jetzt in einer Wand voll Nebel bei gefühlt nur noch 10 Grad. Hoffen wir mal, dass morgen die Sonne wieder ihren Weg durch die Wolken findet und wir den Highway 1 weiter in voller Schönheit genießen können.

One Comment

  1. Harald

    Das mit Kälte und Nebel werdet Ihr öfters sehen. An der Küste geht eine kalte Meeresströmung entlang. Dadurch, dass es im Hinterland doch rechtschaffenwarm ist, zieht vom Meer her öfter mal feuchtkalte Luft einige Kilometer ins Landesinnere – und schon habt Ihr Nebel. Deshalb gibt es auch oft Bilder mit der Golden Gate in Nebelschwaden – sehr malerisch.

    Hat allerdings den riesigen Vorteil, dass die Küste recht grün ist. Der Wechsel zwischen warm und kalt an Land geht ruckzuck. Eine dünne Jacke im Wanderrucksack ist recht hilfreich. Manchmal ist es direkt an der Küste von SF ziemlich frisch und in der Innenstadt von SF bereits heiß.

    Wenn Ihr es warm und trocken haben wollt, dann einfach etwas ins Hinterland ausweichen, da sich der Nebel nicht weit ins Landesinnere vorwagt. Es muss ja nicht gleich Death Valley sein :-).
    Viel Spaß noch

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

* Checkbox GDPR is required

*

I agree

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Volle Funktionalität:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies (Third-Party-Cookies)
  • Eingeschränkte Funktionalität:
    Nur Cookies von dieser Webseite (First-Party-Cookies)
  • Keine Kekse:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Impressum/Disclaimer/Datenschutz.

Zurück