Skip to content

Minus 6,5

Nachdem wir uns kurzzeitig der Vision einer Cabin im Yukon hingegeben hatten, wurden wir am nächsten Morgen abrupt aus unseren Träumen gerissen.
Noch im Bett schmiegte ich meine kalte Nase an Thorsten und wir wunderten uns darüber, wie kalt sich alle Körperteile oberhalb der Bettdecke anfühlten. Als wir aufstanden, konnten wir es kaum glauben: Dort wo ein Blick aus dem Fenster normalerweise eine wunderbare Aussicht freigibt, waren Eiskristalle. Und zwar innen an der Scheibe. Der Versuch, Wasser fürs Zähneputzen zu zapfen, scheiterte aufgrund eingefrorener Leitung. Und ein Blick auf unser Armaturenbrett ließ uns das volle Ausmaß der Yukon-Kälte feststellen: Minus 6,5 morgens um 09:00 Uhr (@Harald: Wie recht Du hattest, mit Deinem letzten Kommentar!). Da wir die Standheizung morgens nicht anmachen, damit der Kutter auf jeden Fall kalt und gut startet, ging auch das Anziehen recht schnell. Erst das Laufenlassen des Motors und das Richten der Lüftung auf die Frontscheibe ließ uns langsam auftauen.
Nach dem kalten Erwachen sind wir jetzt recht flott südwärts unterwegs und haben seit Verlassen der Grenze zu Alaska bereits 3500 Kilometer zurückgelegt.
Auf der Strecke über Watson Lake und den Stewart Cassiar Highway betrachteten wir nochmals die wunderschöne, einsame Landschaft, die uns schon so lange begleitet.

Wir sahen Kraniche auf Ihrem Weg nach Süden, die (wahrscheinlich) letzten Elche und einen vor dem anstehenden Winter bereits mehr als gut genährten Bären.

Der Kutter läuft soweit stabil (die gelbe Motorleuchte auf dem Foto bitte ich zu ignorieren, so wie wir das auch tun) und bei einem Zwischenstopp in Whitehorse lief uns ein wunderbares Denkmal über den Weg:

“Dedicated to all those who follow their dreams.”. Wir werden unsere jetzt südlicher weiterleben.

3 Comments

  1. Jürg Vögeli

    Huh, da habt ihr ja wohl noch rechtzeitig euch entschieden, den Weg nach Süden anzutreten… Hier in Nova Scotia hat es auch merklich abgekühlt, und einige Bäume zeigen schon herrliche Herbstfarben.

  2. Harald

    Oh, Ihr fahrt an der Küste langsam nach Süden runter und nicht durchs Landesinnere. Da geht doch bestimmt ein Abstecher nach Vancouver Island. Wenn Ihr genügend Zeit habt und noch nicht dort wart, lohnt sich das: Wunderschöne Parks und Wale (wenn man Glück hat) an der Westküste. Von der Fähre auch mal einen kleinen Blick auf die ‘kleinen Wochenendhäuschen’ direkt an der Küste werfen :-). Da haben sich jetzt nicht unbedingt die Ärmsten der Armen eingenistet!
    In Vancouver selbst und dann auf amerikanischer Seite in Seattle ist bestimmt mal eine Werkstatt zu finden – ansonsten eben in San Francisco oder LA.
    Viel Spaß

  3. Uwe Blecher

    Hallo Frau Löwer,
    nach Rückkehr aus dem Urlaub war ich mal wieder neugierig, wie Ihre Reise weitergeht. Schön, dass der Kutter wieder fährt, das Restrisiko muss man eben akzeptieren. Aber im Einschätzen von Risiken kennen Sie sich ja schon rein beruflich aus, da sollte nichts schiefgehen.
    Ich hoffe auf weiterhin schöne Bilder und ein gutes Vorwärtskommen.

    Viele Grüße
    Uwe Blecher

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

* Checkbox GDPR is required

*

I agree

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Volle Funktionalität:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies (Third-Party-Cookies)
  • Eingeschränkte Funktionalität:
    Nur Cookies von dieser Webseite (First-Party-Cookies)
  • Keine Kekse:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Impressum/Disclaimer/Datenschutz.

Zurück