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Lachse für die Schweiz

Schon seit längerem kündigten Jürg und Trix Ihren Besuch in Anchorage an – was für eine willkommene Abwechslung in den von Kutterproblemen geplagten Tagen.
Jürg kennen wir bereits aus Halifax, wo er uns dankenswerter Weise mit seinem Mietwagen mit zum Zoll und zum Hafen genommen hatte und wir zuvor einen vergnüglichen Abend gemeinsam verbrachten. Er und seine Frau sind aus der Schweiz und auch mit einem VW T5 unterwegs, und wohlgemerkt: er fährt!
Der Besuch stachelte den Ehrgeiz in Thorsten an, da wir die beiden unbedingt zum Lachsgrillen einladen wollten. Gestern (Freitag, 27.07.) ging es daher erneut an den Ship Creek. Während er die Leine auswarf, durfte ich mir das Anglerlatein am Ufer anhören. Mehrere Mitbewerber tauschten ihre Expertenmeinung zum Thema “Wann, wo und mit was” man die Fische am besten fängt, aus. Die Einen schwören auf die Ebbe, um dann mit Fliegen zu fischen. Die Anderen warten bereits Stunden vorher auf die Flut, um vom besten Platz aus mit Blinker zu angeln. Die Farben werden auch heftig diskutiert. Pink scheint modern. Ein bereits pensionierter Alaskaner hält mehr von seinem silberfarbenen Blinker, den er schon jahrelang nutzt.
Eine Frau berichtete, dass sie letztes Jahr die 911 anrufen musste, da ihr Mann im Uferschlamm des Ship Creek stecken blieb und sich die Flut ankündigte. Daraufhin entbrannten viele lustige Kommentare, dass sie ihn wohl sehr lieben müsse und sie sagte daraufhin, dass das auch das letzte Mal gewesen sei. Andere berichteten von einem Bären, der am Bird Creek einen Angler verfolgt hatte und ihm keiner der anderen vielen Angler zu Hilfe gekommen sei. In den vier Stunden, die Thorsten angelte, wurde ich also auf den neuesten Stand gebracht. Und das mit großer Erheiterung.
Zwischendurch hatte ich noch mit meinem einen Schwesterherz Kontakt, die sich zur gleichen Zeit die wunderschöne Mondfinsternis in Deutschland ansah. Ich schickte ihr ein Bild vom “Combat Angeln”, einem Begriff, der die Situation am Fluss sehr gut beschreibt. Man steht gedrängt mit vielen anderen Anglern und wenn man nicht genau im Schwung mit seinem Nachbarn oder Gegenüber ist, dann kann auch schon mal ein anderer Angler am Haken hängen. Wie schrieb sie so schön zurück: “das mit dem ruhigen, meditativen stillen, einsamen Angeln, um die innere Ruhe und Abstand zur Hektik des Lebens zu finden, hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt”. Wir uns auch.

Unten am Fluss gab es dann auch Erfolge zur verzeichnen. Nachdem die ersten 6 Lachse sich wieder freiwinden konnten, ging Nummer 1, ein Silver Salmon, an die Angel. Eine Weile später auch Nummer 2. Für uns auch ein Silver Salmon. Bis wir ihn auf dem Filetiertisch aufschnitten. Die Farbe seines Fleisches und des Rogen waren völlig anders. Dunkler rot, nicht so orange wie die des Silver Salmon. Der Schwanz war gepunktet im Gegensatz zum ersten Fisch. Thorsten ging mit den Filets in den Köderladen an der Brücke. Dort erfuhr er, dass Lachs nicht gleich Lachs ist. Uns war ein Pink Salmon ins Netz gegangen. Wir waren der Meinung, diese könne man am Buckel identifizieren, der sich während des Ablaichens bei dieser Spezies bildet. Scheint aber bei den Weibchen nicht so zu sein. Unserer hatte jedenfalls keinen Buckel. Wir waren schon ganz erschüttert, da alle Alaskaner den Pink Salmon verschmähen und wieder freilassen. Das ist aber auch Anglerlatein, wie sich herausstellte.

Samstag (28.07.) besuchten uns Jürg und Trix dann auf dem Eagle River Campground. Wir entfachten Feuer und grillten die Lachsfilets gemeinsam. Mit Chips als Vorspeise genossen wir den gebratenen Fisch mit frischem Bauernbrot, das wir in Palmer besorgt hatten. Es war wirklich schön, die Beiden zu treffen. Wir tauschten uns zu den vergangenen Reisemonaten aus, zu unseren Bussen, dem Leben im Allgemeinen und genossen das gemeinsame Gespräch sehr. Auch der zwischenzeitlich aufziehende Regen hat uns nicht davon abgehalten, 4 Plätze im Kutter frei zu schaffen und dort bei Kaffee und Kuchen weiter zu ratschen. Es gibt halt viel zu erzählen zwischen uns Overlandern.

Jetzt sind die Beiden wieder fort. Und wir hoffen auf einen guten Autostart morgen früh. Dann werden wir uns in Anchorage nochmals treffen.

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