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Dead or alive?

Beim Philosophieren über unser eigenes Tempo im letzten Blogbeitrag haben wir eine wesentliche und ausschlaggebend tempobestimmende Komponente vergessen: Unseren Kutter.
Und der hat uns erneut vollständig lahmgelegt. Wir standen vor dem Angelladen als das Auto nicht mehr ansprang. Gott sei Dank können wir uns selbst über die 2-te Batterie überbrücken, konnten daher kurz darauf 1 Meile weiter fahren um Lebensmittel einzukaufen. Um die Batterie zu laden, blieb ich im laufenden Auto sitzen und Thorsten ging in den Grocery Store. Plötzlich fing unser Kutter zu rauchen an. Es roch verbrannt und bis Thorsten aus dem Laden kam, stellte ich bereits erschrocken das Auto ab. Ein erneuter Start brachte keine Besserung, es kamen zunehmend erschreckende Geräusche hinzu. Das Ganze dauerte etwa 2-3 Minuten bevor wir uns entschlossen, die Finger davon zu lassen.
Nach vorrübergehender Schockstarre riefen wir einen Abschleppdienst an. Unsere Idee war, das Auto zu einer versierten Volkswagen Werkstatt in Anchorage zu bringen. Der Abschleppdienst informierte uns, dass wir bei Eintreffen in Anchorage bereits vor verschlossenen Türen stehen würden und daher ein Transport erst am nächsten Tag sinnvoll sei.
Wir verabredeten uns mit dem Abschleppdienst für 08:00 Uhr am nächsten Morgen und verbrachten eine weitere Nacht in Cooper Landing. Punkt 08:00 Uhr standen wir vor unserem Bus auf der Matte. Wer nicht da war, war der Abschleppdienst. Dieser traf erst um 10:30 ein, nachdem ich noch 2-mal hinterher telefoniert hatte. Jede Menge Zeit für mehrere Kaffee nach der wegen Aufregung durchwachten Nacht.
Ich beschloss, mir das Auto nochmals näher anzusehen und schaute untendrunter. Und siehe da: Ich entdeckte etwas, das Thorsten zunächst als Gürtel einstufte, sich bei näherem Hinsehen allerdings als Keilrippenriemen herausstellte. Wir packten ihn in eine Tüte, um der Werkstatt erste Hinweise auf das benötigte Teil zu geben.

Gegen halb eins trafen wir im Abschlepp-Auto (einen Dodge RAM 5500!) bei Kendall in Anchorage ein. Sie waren nicht sofort begeistert über unser Eintreffen und schwätzten uns eine vollständige Analyse für 149 USD auf. Schien uns zunächst sinnvoll.
Heute, Freitag der 13-te Juli (!!!), sind wir allerdings keinen Schritt weiter. Sie haben analysiert, dass unser Keilrippenriemen gerissen ist (ach was!?), dazu wahrscheinlich noch die Halterolle und ein weiteres Teil. Dies ist das Ergebnis der ersten Sichtprüfung. Weitere Prüfungen können erst vorgenommen werden, sobald sie das entsprechende Bulletin-Board aus Deutschland erhalten. Und das kann dauern. Außerdem erklärte uns der nette junge Mann am Servicedesk, dass sie bis zu 4 Wochen benötigen könnten, um die entsprechenden Teile zu beschaffen. Außerdem können sie die Reparatur nur ohne Garantie vornehmen, da es sich ja um ein deutsches Auto handelt, das sie nicht weiter analysieren können.
Wir selbst hatten ein deutsches OBD-Analysegerät mitgenommen, um mögliche Fehlermeldungen und Diagnosen aus dem Bussystem auslesen zu können. Das Gerät ist allerdings der Meinung, dass alle überwachten Komponenten einwandfrei funktionieren. Einen Fehlercode hat es auch nicht ausgespuckt. OK.
Wir müssen daher auf Montag warten und darauf hoffen, dass das deutsche Vorgehenshandbuch hier eintrifft, welches das Vorgehen für eine weitere Analyse durch die Werkstatt beschreibt. Mittlerweile haben wir allerdings den Eindruck gewonnen, dass wir in jeder anderen Schrauberbude besser aufgehoben wären als hier. Immerhin ist der Wechsel eines Keilriemens ja Teil jeder Inspektion zwischen 80.000 und 90.000 Kilometern (wie ich jetzt herausgefunden habe. Hätten wir besser vorher wissen sollen, dann hätten wir es auch machen lassen können).

Letzte Nacht haben wir für 240 USD in einem Hotel übernachtet, welches eher zu den billigen in Anchorage gehört. Und das nur, weil uns die VW-Werkstatt eine Übernachtung auf ihrem Gelände nicht erlaubt. Weitere Nächte mit diesen Kosten können und wollen wir uns nicht leisten. Das Abschleppen allein hat 600 USD gekostet, dazu noch die 149 USD für die (ergebnislose) Analyse. Das übersteigt unser Budget bei Weitem. Wir müssen daher unser Auto mindestens über das Wochenende woanders hinschleppen lassen (weitere Kosten von 65 USD). Plan ist, dass wir vor einem Jagdgeschäft parken, welches laut Aussage des VW-Händlers wohl ein Übernacht-Abstellen erlaubt. Das ist zumindest über das Wochenende die kostengünstigste Lösung. Mit dem Abschleppdienst auf einen Campingplatz zu fahren, erscheint uns derzeit nicht sinnvoll, da diese hier auch teuer sind und nicht klar ist, ob das Abschleppauto uns so einfach in eine entsprechende Parkbucht ausladen kann.
Wir bekommen gleich noch eine Liste der Teile, die über die Sichtprüfung als kaputt identifiziert wurden. Dann werden wir spätestens Montag (16.07.) versuchen, unsere Werkstatt in Deutschland zu erreichen, um über sie vielleicht die Teile schneller zu besorgen. Außerdem wollen wir Alternativ-Werkstätten in Anchorage suchen, die sich ggf. nicht so anstellen wie der hiesige VW-Händler.

Bitte drückt uns alle die Daumen, dass dies nicht das Ende unserer Reise bedeutet. Wir können Eure guten Wünsche derzeit wirklich gebrauchen.

7 Comments

  1. Nannette

    Hi Ihr Lieben,

    Wir drücken Euch alle Daumen, alle 4!
    Waren gerade auf Eurem Blog, weil unsere Jungs ab morgen für ein Jahr nach Neuseeland gehen und ich ihnen zeigen wollte, wie unterhaltsam und toll ein Blog sein kann. Da haben wir die Nachricht gelesen. Wir fühlen mit Euch und können gut nachvollziehen, wie es Euch geht: Vor 2 Jahren hingen wir eine Woche im häßlichsten Ort Nord-Norwegens fest, weil unser Womo beschloss, den Geist aufzugeben. Von den Kosten ganz zu schweigen 🙁 Aber auch hier ging es weiter. 🙂
    Das wird schon! Kopf hoch!
    Braucht Ihr Hilfe, hier in Deutschland etwas zu organisieren/besorgen/verschicken? Was auch immer. Meldet Euch, wenn wir helfen können.

    Viele Grüße
    Nannette

  2. Sylvia

    Oh nein, so darf euer wunderbarer Traum doch nicht enden. Ich drück ganz fest die Daumen, dass es letztendlich zu einem guten Ende kommt.
    Vielleicht war der Mechaniker am Freitag nur schlecht drauf und am Montag trefft ihr dann jemanden mit der sprichwörtlichen Freundlichkeit und Servicebereitschaft eines Amerikaners an.
    Liebe Grüße Sylvia

  3. Ute Reichel

    Ihr Lieben,
    so eine Abenteuerreise enthält offensichtlich etliche kleinere und größere Unwegbarkeiten. Lasst euch nicht entmutigen, das wird schon wieder.Bleibt optimistisch und genießt trotzdem eure Freizeit. Wir drücken euch alle zur Verfügung stehenden Daumen.
    Ganz liebe Grüße und Umarmung
    Ute

  4. Uwe Blecher

    Ich dachte immer, Deutschland wäre eine Servicewüste, in den USA ist es aber scheinbar noch schlimmer. Kopf hoch, es geht immer irgendwie weiter!

    Viele Grüße
    Uwe Blecher

  5. AnkeR

    Versucht es doch mal bei Audi in Anchorage. Ein Werkstattwechsel wirkt oft Wunder und schont gelegentlich auch den Geldbeutel. Bloß nicht von demotivieren Autoschraubern verunsichern lassen.

    Liebe Grüße und viel Glück
    Anke

  6. Cordula

    Hallo ihr beiden,

    das Foto ist echt cool, der Kutter sieht aus wie ein Matchbox-Auto…. aber das ist auch das einzige coole an der Geschichte. Wenn wir euch von hier irgendwie helfen können…..unsere E-Mail Adressen und Telefonnummern habt ihr ja. Wir drücken ganz fest die Daumen.

    Gunter und Cordula

  7. Jürg

    Hi Anke und Thorsten, ich habe von eurem Pech gelesen und möchte euch gerne helfen, wenn ich kann. Wir sind gestern mit der Fähre von Port Hardy in Prince Rupert angekommen, legen heute einen Ruhetag in Rupert ein und wollen morgen losfahren. Allerdings finde ich für Rupert keine VW Garage, die nächste ist glaub in Prince George.
    Auch wir drücken euch die Daumen! Jürg und Beatrice

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