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Einmal zum arktischen Ozean und zurück

Von Inuvik aus fuhren wir über das erst im November 2017 fertiggestellte, letzte Teilstück des Dempster Highway nach Tuktoyaktuk. Die Straße war im April bis Anfang Juni gleich wieder gesperrt worden, da sich einige Teile des Permafrostbodens erwärmt und die Straße unpassierbar gemacht hatten. Der Belag hat sich noch nicht richtig gesetzt, der Staub ist unbarmherzig aufgewirbelt und hat weite Teile unseres Autos (innen und außen!) zugesetzt.
Aber: Wir haben Caribous gesehen! Und die sind richtig selten. Und eigentlich zurzeit auch nicht dort, wo wir sie trafen. Aber egal, Hauptsache wir haben sie gesehen.

Was uns am Ende dieser nördlichsten Straße in Kanada erwartete, war allerdings enttäuschend. Oder anders gesagt: Wir hatten ein arktisches Paradies erwartet, mindestens Eskimos in romantischen Iglus mit Hundeschlitten und allem Drum und Dran. Und natürlich hatten wir ein Café, Souveniershop (ich hatte mich schon auf Mokassins eingestellt) und kulturelle Weiterbildungsmöglichkeiten erhofft.
Die Realität des harten Lebens dort oben holte uns allerdings schnell ein: Der Ort ist (aus unserer deutschen Sicht) eine Müllhalde. Eine solche empfängt uns auch direkt am Ortseingang. Ist ja klar: Wo soll der ganze nicht kompostierbare Abfall im Permafrostboden auch hin. Eine Müllverbrennungsanlage gibt es offensichtlich nicht. Sperrmüll wird auch nicht abgeholt, was dazu führt, dass alte Sofas und anderweitige größere Haushaltsgegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, vor den Haustüren ihren Platz finden. Neben all dem anderen Gerümpel (z.B. Altautos), die sich so ansammeln, ergibt das einfach nicht das romantische Bild, das wir erwartet haben.
Der dortige Supermarkt gibt allerding alles her, einschließlich aller Plastikverpackungen, die ja so großgeschrieben werden, und dann auf der Müllhalde wieder ihren Platz finden.

Gesehen haben wir das ewige Eis, wunderschön. Und auch First Nations mit Snowmobilen und Schlitten angehängt, die über das Eis fahren. Wohin? Gute Frage. Touristisch ist der Ort ja neu erschlossen und erste Ansätze eines vielleicht noch aufblühenden neuen Geschäftszweigs sind erkennbar. Zumindest gibt es schon Picknickplätze und ein Toilettenhäuschen am Ende der Welt. Und Telefonempfang.
Ein Aufkleber “I made it to Tuktoyaktuk” ist im Supermarkt bereits angekündigt, konnte aber noch nicht ins System aufgenommen werden, so dass er derzeit nicht verkauft werden kann. OK.
Wir beschlossen, diesen anheimelnden Ort schnellstmöglich wieder zu verlassen. Genauso wie wir vom Staub jetzt erst mal die Nase voll haben. Wir fuhren daher durch die Nacht von Tuktoyaktuk am arktischen Ozean wieder bis nach Dawson. Um 07:45 Uhr früh trafen wir auf dem dortigen Campingplatz ein und fielen in einen ohnmächtigen Schlaf.

Muss man den Dempster gefahren sein? Ja, auf jeden Fall! Die Landschaft ist bis kurz vor Fort McPherson malerisch und mit nichts vergleichbar, was wir je gesehen haben. Auch nicht in Kanada.
Den Weg danach (einschließlich Inuvik und Tuktoyaktuk) könnte man sich sparen. Außer man will unbedingt mal ganz oben gewesen sein.

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