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Ein Geburtstag mit Überraschungen

Meinen Geburtstag im Riding Mountain National Park zu feiern, war mein Herzenswunsch. Da Manitoba anderweitig nicht viel zu bieten hat, war es toll, auf einem wunderschönen Waldcampingplatz mit einer heißen Dusche und Strom empfangen zu werden. Der Platz hier ist wunderbar. Er umfasst zwar circa 700 Stellplätze, aber hochgeschätzt stehen wir hier mit 8 Wohnmobilen und 2 Zelten. Wir haben einen 20 Meter langen Stellplatz mit Bäumen drumherum, Picknickbank und Grill und einem Vogel, der schon seit 2 Tagen sein Lied für uns pfeift.

Wir hatten schon bei der Ankunft entschieden, 2-3 Tage hier zu bleiben. Das Wetter ist superschön, der Park groß und der Clear Lake sehr verlockend, auch wenn er noch teilweise zugefroren ist.
Das im Park liegende Örtchen Wasagaming stellt sich gerade erst auf die am 19-ten Mai beginnende Saison ein, vieles – wie zum Beispiel Kanadas einziges Blockhauskino – hat noch geschlossen. Das macht das Örtchen aber umso sympathischer.
Wir hatten im Reiseführer bereits von jener Bäckerei gelesen, die weltberühmte Riesen-Zimtschnecken verkauft und ich hatte mir eine zum Geburtstagsfrühstück gewünscht: Mann, war die lecker!

Danach ging es an die Lakefront zum Eisladen und wir genossen den Nachmittag bei Kaffee und Softeis mit Schokoladenüberzug.
Gegen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zu einem im Park gelegenen Bisongelände. Wir kochten Kaffee und stellten unsere Campingstühle auf der Wildbeobachtungsplattform auf, um nach den Tieren im Grasland Ausschau zu halten. Auf den Erklärungstafeln hieß es jedoch, dass sich die Herde um diese Jahreszeit in einem anderen Gebiet des Parks aufhalten und so zogen wir nochmals los, um die Fährten zu lesen.
Und dann waren sie auf einmal da: Eine etwa 30-köpfige Bisonherde. Sie ließen sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, scheinen Autos gewohnt zu sein und grasten friedlich neben dem Bus.
Wir nutzten die Ruhe der Tiere für ein paar Busaufnahmen (JA, ich bin ausgestiegen. Thorsten hatte mir vorher fest versprochen, mich in rasendem Tempo wieder einzusammeln, sollte sich eines der Tiere nähern).

Auf dem Rückweg bogen wir auf die Northern Lakeshore Road ab, die eigentlich nur für die Einwohner von Wasagaming gedacht und als Sackgasse ausgeschrieben ist (was aber nicht stimmt, wahrscheinlich aber die Touristen abhält).
Wir wussten vom Eingang des Campingplatzes, auf dem sich eine Bärenfalle befindet, dass es Schwarzbären in der Gegend gibt. Viele Hinweistafeln und ein separater Prospekt weisen auf notwendige Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensmaßnahmen bei Kontakt mit dieser Tierart hin. Wir suchten natürlich nach dem Bär, rechneten aber nicht wirklich damit, einen zu sehen.

Und dann stand er einfach im Wald neben unserem Auto.
Nach kurzem gegenseitigen Beäugen fraß er in Ruhe weiter. Wir hatten uns noch kurz zuvor unterhalten, was er wohl zu dieser Jahreszeit frißt? Jetzt sind wir einen Schritt weiter: Gras! Im ersten Schockzustand bat ich Thorsten, das Fenster auf der Fahrerseite zu schließen, falls der Bär zum Angriff übergeht. Der ließ sich allerdings wirklich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen und wir konnten ihn bestimmt 10 Minuten lang in seiner natürlichen Umgebung beobachten.
Er war am Ohr gechipt, wahrscheinlich wird die Bärenpopulation im Park überwacht. Wir fanden ihn unglaublich.


Was für eine schöne Geburtstagsüberraschung!

3 Comments

  1. Cordula

    Liebe Anke,

    nachträglich alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag! Diesen Geburtstag wirst du wahrscheinlich nie vergessen und die Geschenke sind wirklich nicht zu toppen. Respekt vor deinem Mut! Ich hätte mich nicht aus dem Auto raus getraut. Ich wünsche euch noch weiterhin ganz viele unvergessliche Momente wie diese! Lasst uns weiter mit euch träumen…

    Cordula

  2. Jürg

    Hi Thorsten und Anke, eure Berichte faszinieren mich, und die Bilder erst recht. Und noch etwas erstaunt mich, nämlich wie ihr die Schönheit der Landschaft in euch aufnehmt und zu würdigen wisst, obwohl es dort im Norden sicher noch nicht so grün ist, wie dort, wo ich mich herumtreibe. Ich bin gerade in Nashville angekommen, 35° draussen, und mache im gekühlten Motelzimmer meine Pläne zum Musikhören heute Abend. Ich war vier Tage auf zwei Campgrounds in der “Nähe”, es hatte nicht viele Leute, und die wenigen hockten in ihren A/C-gekühlten Fahrzeugen. Ich bewege mich auch immer weiter nordwärts, möchte in einer Woche in Wisconsin sein.

  3. Joern

    Hallo Anke,

    auch von mir nachträglich alles Gute zum Geburtstag und vielen Dank für die tollen Berichte, die du so nett gestaltest.
    Dir und Thorsten weiterhin viel Spaß.
    Liebe Grüße
    Jörn

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