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Eine weitere Zeitzone überschritten

Unsere Tage in Ontario sind gezählt und wir haben eine weitere Zeitzone überschritten (von Eastern nach Central Time), so dass wir mittlerweile 7 Stunden später dran sind als in Deutschland.
Ob es an dieser Zeitverschiebung liegt, dass wir derzeit richtig lange schlafen und vor 13 Uhr nicht auf die Straße kommen? Vielleicht haben die ersten 3 Wochen auch Ihren Tribut gezollt und wir brauchen mehr Erholung.
Wir genießen unsere Freizeit sehr – auch wenn es noch immer so ist, dass wir noch nicht einen ganzen Tag irgendwo dauerhaft geblieben sind. Irgendwann und irgendwo kommt doch der Vorschlag, noch ein Stückchen weiterzufahren.
Und auch das ist gut so in Anbetracht der Strecke, die noch vor uns liegt. Meine Freundin Sylvia hat bereits ausgerechnet, dass wir bei dem derzeitigen Schnitt in 3,5 Wochen in Alaska sein müssten. Wir sind sehr gespannt.

Erste Tests für die Zeit der Black Fly Schlüpfung sind auch angelaufen. Vorgestern standen wir über Nacht an einem einsamen See und hatten bei 26,5 Grad ein Fenster bei geschlossenem Fliegengitter offen. Es dauerte nicht lang und wir sahen ca. 1,5 cm große Mücken in unserem Auto. Thorsten wurde direkt mit Stichen überfallen, die auch 2 Tage später noch jucken. Nach erfolgreichem Kampf gegen die Biester im Bus schauten wir uns die Dichtung unserer Fliegengitter am nächsten Tag nochmals näher an. Wir sind noch zu keinem richtigen Schluss gekommen. Entweder wir hatten Rollo und Fliegengitter nicht richtig miteinander verbunden oder wir müssen mit unseren 30 Meter Klebeband nachhelfen, das uns meine Arbeitskollegen zum Abschied geschenkt haben. Wir haben auf jeden Fall beschlossen, beim nächsten See eine weitere Testreihe zu fahren, bevor es ganz schlimm wird.

Die Temperaturen sind hier auch der Hammer. Nach 26,5 Grad vorgestern waren es gestern nur noch 10 Grad. Vorher Sonnenschein, gestern Regen. Heute 16 Grad bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Wir sind entweder zu warm oder zu kalt angezogen und ich habe bereits Herpes auf den Lippen. Aber es macht trotzdem Spaß.

Der letzte Blogeintrag zu unseren Überlegungen, ob wir bis nach Südamerika fahren oder in Panama zurückfahren, hat doch einige Reaktionen hervorgerufen. Sowohl bestürzte als auch beruhigte. Noch ist das alles ja auch nicht entschieden. Vieles wird die Zeit bringen. Welche Beweggründe sind es nun, die uns überhaupt schon so früh an unseren Plänen rütteln lassen? In erster Linie sind es Mal die Durchschnittskilometer pro Tag. Zurzeit erscheint uns das als sehr anstrengend. Wir lieben unsere Freizeit, und sie ist ja auch teuer erkauft. Warum also hetzen und nicht an schönen Orten bleiben? Oder ggf. einen anderen Länderschwerpunkt legen? Kanada ist jedenfalls toll und wenn uns die Mücken nicht auffressen wollen wir auf jeden Fall länger bleiben. Gegebenenfalls reduzieren wir dann in den USA. Ich habe dort schon viel gesehen und denke, dass auch die Einsamkeit dort weniger vorhanden sein wird als hier. Vor allen Dingen in Kalifornien – dem Urlaubsziel schlechthin.

Noch fahren wir aber weiter nach Plan. Und das sieht bei uns so aus:

Beim Beifahrer auf dem Schoß liegt immer unsere papierhafte Straßenkarte. Zwar haben wir auch ein mobiles Navigationsgerät mit Nordamerikakarte. Die Dame kennt aber im Wesentlichen den Transkanada-Highway, und darüber hinaus nicht viel. Das Navi ist daher nur eine grobe Orientierung. Auf Fahrer- und Beifahrerseite haben wir unsere jeweiligen Entwicklungshelfer aufgehängt: Ich eine kleine Stoff-Fledermaus und Thorsten seinen kleinen Tabaluga-Drachen. Sie bringen uns Glück, schärfen unsere Sinne für das Wesentliche und begleiten uns in schwierigen persönlich herausfordernden Situationen, die wir ja beide kennen. Vorne auf dem Armaturenbrett haben wir unseren kleinen Stoff-Mammut, den Thorstens Kinder gewonnen und uns geschenkt haben. Daran hängen süße kleine personalisierte VW-Anhänger von meiner Nichte Julia, die sie uns zu Weihnachten geschenkt hat.
Was man hinter der Fahrerkabine nicht sehen kann, ist, dass wir auch ein kleines Büchlein von meiner Schwester dabei haben mit wunderbaren Sprüchen für jeden Tag. In ihm lesen wir jeden Abend vorm Zubettgehen. Außerdem hängt das Bild aus meinem Büro direkt gegenüber unserer Einstiegs-Schiebetür: Ein Nilpferd mit einem weißen Vogel obendrauf – mein Kraftbild.
Und dazu noch eine Postkarte: “Jobs füllen deine Taschen, Abenteuer deine Seele”.
Ist was dran, auch wenn ich meinen Job sehr mag und natürlich gern meinen 50-ten Geburtstag wieder in der Bank feiern würde.

One Comment

  1. Sylvia

    „Die Zeit wird es bringen“ ist, glaub ich, die beste Einstellung für so eine Reise.
    Warum jetzt auf etwas verzichten für eine unbekannte Zukunft? Wenn euch Kanada so gefällt (und eure Berichte lesen sich so), dann genießt es in vollen Zügen 😄
    Es werden bestimmt auch Tage kommen, da wollt ihr eben nicht irgendwo anhalten.
    Weiterhin viel Spaß 😄

    Im übrigen: ich will auch mit dir deinen 50. feiern – in der Bank 😘 Also kommt mir ja heil und pünktlich nach Hause 😄

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