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Gratwanderung

Jeder Tag unserer Reise ist eine Gratwanderung zwischen Strecke machen und Schönheit genießen.
In Anbetracht der wahnsinnigen Weite Kanadas ein schier unlösbares Problem.
Jeden Tag klappen wir die Detailkarte der Provinz aus, in der wir uns befinden (momentan Ontario) und jeden Tag auch die Karte, die ganz Kanada in der Übersicht zeigt. Und je nachdem welche Karte wir gerade offen haben, entscheiden wir uns für die Schönheit im Detail oder für das nächste weit entfernte Ziel auf der Strecke.
Nachdem wir Québec nachmittags verlassen hatten, wollten wir noch ein wenig Strecke machen und uns in die Vororte von Montreal wagen. Aber Montreal und dessen Einzugsgebiet sind Wahnsinn. Irgendwo müssen die 3,5 Mio. Einwohner ja wohnen. Nur sind wir das nach 12 Tagen Weite gar nicht mehr gewohnt. Die Großstadt hat uns auch vor andere Herausforderungen gestellt: Die nächtliche Stellplatzsuche, die sich bisher als so einfach entpuppte, war hier gar nicht einfach. Wir fanden einfach kein unbebautes Plätzchen. Zuletzt hatten wir uns für einen Karateclub mit Blick auf die nächtliche Skyline entschieden. Als allerdings ein Auto in den Parkplatz fuhr, neben einem unbeleuchteten anderen parkte, die Lichter aber anließ, das andere Auto unbeleuchtet ein Stück wegfuhr und das zweite Auto folgte, fühlten wir uns nicht mehr wohl. Uns kam es vor wie ein Drogendeal, den wir gestört hatten. Was auch immer es war, wir fuhren weiter und entschieden, Montreal aus unseren Reisezielen zu kicken.
Wir fuhren bis Mitternacht um aus den Fängen der Großstadt zu entkommen und nächtigten auf einem Walmart-Parkplatz in Cumberland (Ohio) neben 3 anderen Wohnmobilen.
Gestern haben wir damit alles in allem wieder eine richtig große Strecke zurückgelegt.

Heute Morgen am Lake Ontario hatte wieder keiner von uns Lust auf Strecke machen, sondern auf einen gemütlichen Tag am See mit fischen, Wellness (sprich: Haarewaschen) und gemütlich essen.
Thorsten fing auch wieder einen Fisch. Einen Rapfen, der (Gott sei Dank) nicht essbar war (wer mag schon so viel Fisch essen?).
Gegen Nachmittag übermannte uns wieder das Strecke machen Ziel und wir beschlossen, Richtung Toronto aufzubrechen. Mit wenig Erfolg –
schätzungsweise 170 Kilometer sind wir heute weit gekommen.
Der Lake Ontario ist einfach zu schön. Momentan befinden wir uns auf dem 1000-Island Parkway, mit 1800 wunderschönen Inseln. Teils unbebaut und teils bebaut. Wahnsinnig schön.

Beim Abendessen dann wieder die ewig gleiche Diskussion: Morgen noch gemütlich den See weiter entlangfahren oder doch schon bis zu den Niagara-Fällen vorpreschen?
Einmal drüber schlafen. Und dann kommt es auf die Karte an, die wir morgen als erstes in die Hand bekommen.

 

2 Comments

  1. Sylvia

    Das schöne ist doch: ihr müsst nichts aber könnt alles 😄 Außer euch selbst seid ihr niemandem verpflichtet. Was ihr in dem Jahr macht, entscheidet ihr ganz allein.
    Und wenn es nur ein Teil der Panamericana wird… so what?
    Liebe Grüße Sylvia

  2. Cordula

    Meine Stimme geht an: “gemütlich den See weiter entlang fahren”!
    Einfach traumhaft die Bilder! (muss ich gleich noch googlen diesen See)

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